Google hat seine frühere Aussage, das "offene Web" befinde sich in "rapidem Verfall", relativiert. Diese Formulierung war in einem juristischen Schriftsatz zur Abwehr der Zerschlagung seines Werbegeschäfts aufgetaucht. Das Unternehmen erklärt nun, es sei eigentlich um "Display-Werbung im offenen Web" gegangen, und hat entsprechende Anpassungen an dem Schriftsatz vorgenommen. Diese Klarstellung erfolgt, nachdem die ursprüngliche Aussage für Aufsehen gesorgt hatte.
Google’s Kehrtwende bei der "Verfall"-Aussage
Google hat seine drastischen Aussagen über den Zustand des "offenen Webs" abgeschwächt. Ursprünglich in einem juristischen Dokument zur Verteidigung seines Werbegeschäfts verwendet, wurde die Formulierung "in rapidem Verfall" nun als verkürzte Darstellung erklärt. Laut Google bezog sich die Aussage spezifisch auf den Bereich der "Display-Werbung im offenen Web". Diese Anpassung wurde vorgenommen, nachdem die ursprüngliche Formulierung erhebliche Aufmerksamkeit erregt hatte.
- Google korrigiert seine Aussage zum "rapiden Verfall" des offenen Webs.
- Die ursprüngliche Formulierung bezog sich auf "Display-Werbung im offenen Web".
- Anpassungen wurden an einem juristischen Schriftsatz vorgenommen.
Der "AI Mode" und die Zukunft der Google-Suche
Parallel zu dieser Klarstellung hat Robby Stein, Produktmanager für die Google-Suche, die frühere Andeutung von Logan Kilpatrick, dass der "AI Mode" bald zum Standard werden könnte, relativiert. Stein betonte, dass der aktuelle Fokus darauf liege, Nutzern, die den Modus ausprobieren möchten, den Zugang zu erleichtern. Kilpatrick bestätigte diese Einschätzung. Der "AI Mode" erweitert die bestehenden "Übersichten mit KI" und ermöglicht es Nutzern, nach einer Suchanfrage weiter zu chatten, ähnlich wie bei Diensten wie ChatGPT.
Googles Argumentation im Rechtsstreit
Im Rahmen eines Rechtsstreits um die Zerschlagung seiner Ad-Tech-Sparte argumentierten Googles Anwälte, dass das Web sich bereits "in einem rapiden Verfall" befinde. Sie führten an, dass eine Zerschlagung des Werbegeschäfts in einer Phase tiefgreifender Marktveränderungen kontraproduktiv sei. Werbeausgaben würden sich zunehmend von klassischer Display-Werbung auf offenen Webseiten hin zu neuen Formaten wie Connected TV (CTV) und Retail Media verlagern. Google argumentiert, dass eine erzwungene Aufspaltung diesen Wandel beschleunigen und Ressourcen vom offenen Web abziehen würde, was gerade Publishern schaden würde, deren Geschäftsmodelle auf diesen Einnahmen basieren. Kritiker weisen auf die paradoxe Natur dieser Argumentation hin, da Google mit seinem "AI Mode" selbst zum Rückgang des offenen Webs beitragen könnte.