Getrennte Darstellung von Servern und Vorhängeschloss

KI-Giganten: Doppelmoral bei Datenzugriff aufgedeckt

Eine Untersuchung des Musikverlegerverbands ICMP und ein Bericht von The Atlantic enthüllen eine bemerkenswerte Doppelmoral bei führenden Technologieunternehmen. Diese Firmen fordern weitreichende Freiheiten beim Zugriff auf urheberrechtlich geschützte Werke für das Training ihrer KI-Modelle, verweigern aber anderen die gleiche Praxis für ihre eigenen Inhalte.

Kernpunkte

  • Tech-Konzerne nutzen urheberrechtlich geschützte Inhalte für KI-Training, ohne Lizenzen.
  • Gleichzeitig verbieten sie die Nutzung ihrer eigenen Inhalte ohne vorherige schriftliche Erlaubnis.
  • Der ICMP bezeichnet diese Praxis als "größten Diebstahl geistigen Eigentums der Geschichte".
  • Millionen von YouTube-Videos wurden ohne Erlaubnis für KI-Videogeneratoren heruntergeladen.

Systematische Doppelmoral bei KI-Daten

Führende Tech-Konzerne wie Google, Meta und Microsoft sollen massenhaft urheberrechtlich geschützte Musik und Videos für das Training ihrer KI-Modelle "scrapen". Dies geschieht, obwohl ihre eigenen Nutzungsbedingungen die Vervielfältigung ihrer Inhalte ohne vorherige schriftliche Zustimmung ausdrücklich verbieten. Der internationale Musikverlegerverband (ICMP) sammelte über zwei Jahre Beweise und bezeichnet diese Praxis als den "größten Diebstahl geistigen Eigentums in der Geschichte der Menschheit". John Phelan, Generaldirektor des ICMP, erklärte gegenüber Billboard, dass "täglich zig Millionen Werke verletzt werden".

Beweise und Beispiele

Das vom ICMP vorgelegte Dossier enthält laut Verband "umfassende und klare" Beweise. So sollen Musik-Apps wie Udio und Suno illegal Musik von YouTube gescrapt haben. Metas Llama 3 soll mit Texten von Künstlern wie The Weeknd und Ed Sheeran trainiert worden sein. Gerichtsakten im Fall gegen Anthropic zeigen, dass dessen KI-Modell Claude massenhaft Songtexte kopiert hat. Auch Microsofts CoPilot und Googles Gemini sollen urheberrechtlich geschützte Songtexte repliziert haben.

Missbrauch von YouTube-Videos

Parallel dazu dokumentiert The Atlantic, dass Tech-Unternehmen ohne Erlaubnis mindestens 15,8 Millionen YouTube-Videos von über 2 Millionen Kanälen heruntergeladen und in mindestens 13 Datensätzen gebündelt haben. Diese Datensätze werden von Firmen wie Microsoft, Meta, Amazon, Nvidia, Runway, ByteDance, Snap und Tencent zum Training genutzt. Besonders betroffen sind Nachrichten- und Bildungskanäle wie BBC und TED. Die gescrapten Inhalte werden oft mit Metadaten versehen, was eine detaillierte Nachverfolgung ermöglichen würde, wie sie beispielsweise im AI Act der Europäischen Union gefordert wird.

Widerspruch zu AGBs und Argumenten

Die Berichte zeigen einen klaren Widerspruch zwischen den Forderungen der Tech-Unternehmen nach Ausnahmeregelungen beim Urheberrecht für das KI-Training und ihren eigenen Nutzungsbedingungen. Während sie für sich weitreichende Freiheiten beanspruchen, verbieten sie anderen die Nutzung ihrer Daten ohne Erlaubnis. Zudem widerspricht dies dem Argument der Tech-Industrie, die Offenlegung von Trainingsdaten sei zu komplex. Die analysierten Daten zeigen, dass die gescrapten Inhalte akribisch mit Metadaten versehen werden, was eine Nachverfolgung ermöglicht.

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