Eine neue Studie enthüllt, dass "Workslop" – oberflächlich wirkende, aber substanzlose KI-generierte Inhalte – Unternehmen jährlich Millionen kostet und das Vertrauen im Team schwächt. Diese Form der schlechten Arbeit verlagert die kognitive Last von den Erstellern auf die Empfänger und beeinträchtigt die Produktivität erheblich.
Key Takeaways
- 40 Prozent der Beschäftigten erhalten regelmäßig "Workslop" von Kollegen.
- Die "unsichtbare Steuer" durch Workslop beläuft sich auf 186 Dollar pro Mitarbeiter monatlich.
- Emotionale Belastungen wie Ärger und Verwirrung sind weit verbreitet.
- Die Qualität der Kollegeneinschätzung sinkt nach Erhalt von Workslop.
- "Pilots" nutzen KI zur Kreativitätssteigerung, "Passengers" zur Arbeitsvermeidung.
Die Kosten von "Workslop"
Die Studie von BetterUp Labs und dem Stanford Social Media Lab zeigt, dass durchschnittlich 15,4 Prozent aller erhaltenen Arbeitsinhalte als Workslop eingestuft werden. Dies betrifft hauptsächlich die Kommunikation zwischen Kollegen (40 Prozent), aber auch zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten (18 Prozent) sowie umgekehrt (16 Prozent). Besonders betroffen sind die Branchen Professional Services und Technologie.
Beschäftigte verbringen im Durchschnitt fast zwei Stunden pro Woche damit, diese inhaltlosen KI-Inhalte zu bearbeiten. Hochgerechnet auf Unternehmen mit 10.000 Mitarbeitern ergibt sich ein jährlicher Produktivitätsverlust von über neun Millionen Dollar. Diese "unsichtbare Steuer" beläuft sich auf etwa 186 Dollar pro Mitarbeiter und Monat.
Emotionale und zwischenmenschliche Folgen
Neben den finanziellen Auswirkungen verursacht Workslop auch erhebliche emotionale Belastungen. 53 Prozent der Befragten fühlen sich genervt, 38 Prozent sind verwirrt und 22 Prozent fühlen sich beleidigt. Die Wahrnehmung von Kollegen, die Workslop versenden, sinkt: Etwa die Hälfte beurteilt sie als weniger kreativ, fähig und zuverlässig, und 42 Prozent halten sie für weniger vertrauenswürdig.
Die zwischenmenschlichen Konsequenzen sind gravierend. Ein Drittel der Betroffenen möchte künftig weniger mit den Absendern von Workslop zusammenarbeiten, und 34 Prozent haben die Vorfälle bereits an Teamkollegen oder Vorgesetzte weitergemeldet.
"Pilots" vs. "Passengers": KI-Nutzung im Büro
Die Forschenden unterscheiden zwei Nutzertypen: "Pilots" sind eigenverantwortlich und optimistisch. Sie nutzen KI 75 Prozent häufiger am Arbeitsplatz, primär zur Kreativitätssteigerung, und sogar 95 Prozent häufiger außerhalb des Büros. "Passengers" hingegen setzen KI hauptsächlich zur Arbeitsvermeidung ein.
Die Studienautoren raten von undifferenzierten KI-Mandaten ab. Stattdessen sollten Unternehmen klare Richtlinien entwickeln und KI als kollaboratives Werkzeug positionieren. Es sei entscheidend, dass für KI-unterstützte und rein menschliche Arbeit die gleichen Qualitätsstandards gelten.