Ein auf Datenschutz bedachter YouTuber hat eine innovative Methode entwickelt, um KI-gestützte Kennzeichenscanner zu umgehen. Durch die Anwendung von „unsichtbarem Rauschen“ können Nummernschilder für Algorithmen unlesbar gemacht werden, während sie für das menschliche Auge weiterhin klar erkennbar bleiben. Dieses Projekt stellt eine direkte Antwort auf die weit verbreitete Überwachungstechnologie dar, die ohne richterliche Anordnung GPS-Tracking ersetzt und detaillierte Bewegungsprofile erstellt.
Die Problematik der Kennzeichenscanner
- KI-gestützte Kennzeichenscanner, wie sie von Unternehmen wie Flock Safety eingesetzt werden, ermöglichen eine umfassende Überwachung.
- Diese Systeme erfassen nicht nur Ort und Zeit, sondern auch Fahrzeugmerkmale und können mit anderen Datenquellen verknüpft werden, um detaillierte Bewegungsprofile zu erstellen.
- Die gesammelten Daten können tiefgreifende Einblicke in das Privatleben einer Person gewähren, was bereits vom US Supreme Court als besonders schützenswert eingestuft wurde.
- Unternehmen wie Flock Safety operieren in einem weitgehend unregulierten Umfeld, das anlasslose Massenerfassung ohne richterliche Kontrolle erlaubt.
Verknüpfung mit dem Einzelhandel und Datenschutzbedenken
Die Datenerfassung beschränkt sich nicht auf öffentliche Straßen. Große Einzelhandelsketten nutzen diese Technologie auf ihren Parkplätzen und verknüpfen die Fahrzeugdaten mit Einkaufsverhalten und anderen Kundendaten. Diese umfassenden Datensätze werden oft an Datenbroker weitergegeben und können von Behörden genutzt werden, was bereits zu Razzien geführt hat. Flock Safety vermietet seine Kameras als „Security-as-a-Service“ und schränkt seine Haftung bei Fehlfunktionen ein. Das Unternehmen investiert zudem massiv in Lobbyarbeit, um strengere Regulierungen zu verhindern.
„DIY-Datenschutz“ als Gegenmaßnahme
Der YouTuber Ben Jordan hat eine Methode entwickelt, die auf „adversarial noise“ basiert. Dabei werden unsichtbare Muster auf Kennzeichen aufgebracht, die KI-Systeme wie YOLOv8 oder OpenALPR gezielt stören. Für Menschen bleibt das Kennzeichen lesbar, während die KI es falsch interpretiert oder gar nicht erkennt. Dies ist ein Versuch, die informationelle Selbstbestimmung mit technischen Mitteln zurückzugewinnen. Ein solches Vorgehen steht im Kontrast zur EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die strenge Regeln für die Verarbeitung personenbezogener Daten vorsieht und anlasslose Massenerfassung verbietet.