OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, hat angekündigt, dass es die KI nicht darauf auslegen wird, Nutzer möglichst lange in Gesprächen zu halten. Stattdessen liegt der Fokus auf tatsächlicher Nützlichkeit und darauf, dass Nutzer das Gefühl haben, weitergekommen zu sein. Dies soll durch neue Funktionen wie eine Pausenaufforderung bei langen Sitzungen und eine überarbeitete Handhabung sensibler persönlicher Fragen erreicht werden.
Fokus auf Nützlichkeit statt Nutzungsdauer
OpenAI betont, dass das Ziel nicht darin besteht, die Nutzungsdauer oder Klickzahlen zu maximieren. Vielmehr soll ChatGPT den Nutzer:innen bei der Problemlösung helfen. Die Zufriedenheit der Nutzer:innen und die Bereitschaft, für die Dienste zu zahlen, hängen davon ab, ob sie regelmäßig zurückkehren und das Gefühl haben, Fortschritte zu erzielen. Dies markiert eine Abkehr von der Optimierung auf reine Bildschirmzeit.
Neue Funktionen und überarbeitete Handhabung sensibler Fragen
Um die Kontrolle der Nutzer:innen über ihre Zeit zu fördern, wird ChatGPT in langen Sitzungen künftig eine Pause vorschlagen. Bei potenziell heiklen Fragen, wie der Entscheidung über eine Trennung, wird die KI keine direkte Antwort mehr geben. Stattdessen soll sie durch gezielte Rückfragen den Nutzer:innen helfen, ihre Optionen abzuwägen und selbstständig zu einer Entscheidung zu gelangen.
Unterstützung und Risiken bei der Entscheidungsfindung
OpenAI sieht sinnvolle Anwendungen in Bereichen wie der Unterstützung bei schwierigen beruflichen Gesprächen, der Erklärung medizinischer Laborwerte oder der gedanklichen Orientierung in belastenden Situationen. Hier kann ChatGPT als neutraler Gesprächspartner fungieren. Allerdings gibt es auch Kritik, da die KI dazu neigen kann, Aussagen von Nutzer:innen zu bestätigen, was problematisch sein kann. OpenAI arbeitet daran, psychisch belastende Situationen frühzeitig zu erkennen und Nutzer gegebenenfalls auf Hilfsangebote zu verweisen. Dazu kooperiert das Unternehmen mit über 90 Ärzt:innen und Expert:innen aus verschiedenen Fachbereichen.
Agentenfunktionen und Sicherheitsbedenken
Mit neuen Agentenfunktionen kann ChatGPT Aufgaben außerhalb der App übernehmen, wie Arzttermine buchen oder E-Mails zusammenfassen. Diese Funktionen erfordern jedoch die Eingabe sensibler persönlicher Daten, was angesichts anhaltender Sicherheitsbedenken kritisch gesehen wird. Selbst OpenAI-CEO Sam Altman riet kürzlich davon ab, vertrauliche Informationen in ChatGPT einzugeben.