OpenAI hat Verträge über Rechenleistung im Wert von etwa einer Billion Dollar abgeschlossen, obwohl das Unternehmen nicht über das nötige Kapital verfügt, um diese massive Expansion zu finanzieren. Damit verfolgt OpenAI eine aggressive Wachstumsstrategie und setzt auf die Unterstützung von Branchengrößen wie Nvidia, AMD und Oracle.
Wichtigste Punkte im Überblick
- Verträge mit Technologiepartnern sichern OpenAI mehr als 20 Gigawatt Rechenkapazität – vergleichbar mit 20 Atomkraftwerken.
- Die Zusagen belaufen sich auf eine Billion Dollar, obwohl OpenAI 2024 voraussichtlich einen Verlust von über 10 Milliarden Dollar machen wird.
- Finanzielle Arrangement setzen auf sogenannte zirkuläre Finanzierungsstrukturen, bei denen Investitionen oft direkt wieder an die Partner zurückfließen.
- Analysten und Investoren zeigen sich besorgt über das enorme finanzielle Risiko und die fehlende Kostendisziplin bei OpenAI.
Die Details der Milliardendeals
OpenAI sicherte sich Rechenkapazitäten durch Verträge mit führenden Unternehmen wie Nvidia, AMD, Oracle und CoreWeave. Jeder Gigawatt KI-Rechenleistung wird auf rund 50 Milliarden Dollar geschätzt. Das Gesamtvolumen der Verträge entspricht einer finanziellen Verpflichtung, die für ein Unternehmen dieser Größe nahezu beispiellos ist. Die Vereinbarungen beinhalten, dass Nvidia etwa 100 Milliarden Dollar in OpenAI investiert – Kapital, das dann wiederum vornehmlich für den Kauf von Nvidia-Chips verwendet werden soll. AMD stellt OpenAI Optionen aus, die das Recht zum Erwerb von Unternehmensanteilen zu einem symbolischen Preis gewähren.
Gewinne für Partner, Unsicherheit für OpenAI
Die Bekanntgabe der Partnerschaften führte zu deutlichen Kursgewinnen bei Unternehmen wie Oracle und AMD. Dennoch bleibt das Risiko für OpenAI hoch, da das aktuelle Geschäftsmodell noch nicht die nötigen Umsätze generiert, um diese Verpflichtungen zu decken. OPENAI erwirtschaftet jährlich etwa 12 Milliarden Dollar – im Vergleich zu den eingegangenen Verpflichtungen ein Bruchteil.
Analysten und Investoren schlagen Alarm
Branchenbeobachter warnen vor einer Entwicklung, wie man sie in vergangenen Technologiebooms erlebt hat. Analysten sehen in den Finanzierungskonstruktionen eine potenzielle Gefahr: Sollte OpenAI die Profitabilität nicht rasch steigern können, könnten Investoren und Partner erhebliche Verluste erleiden. Auch die Ratingagentur Moody’s äußerte Zweifel an der Stabilität der Deals, insbesondere an Oracles starker Abhängigkeit vom Erfolg OpenAIs.
Herausforderung: Wettbewerb und Monetarisierung
OpenAIs Top-Management sieht kurzfristigen Gewinn nicht als Priorität. Stattdessen setzt das Unternehmen auf rasches Wachstum und den Ausbau seiner Nutzerbasis. Die Hoffnung der Partner liegt darauf, dass neue KI-Produkte den Umsatz exponentiell steigern. Um jedoch die Investitionen abzusichern und die langfristige Existenz zu sichern, wird OpenAI in naher Zukunft Wege finden müssen, Geschäft und Margen deutlich auszubauen.