OpenAI hat seine Strategie für die Bereitstellung von GPT-5-Modellen überarbeitet und gibt Nutzern von ChatGPT nun mehr Kontrolle. Nach Kritik am bisherigen automatischen Routing-System können Nutzer nun zwischen verschiedenen Betriebsmodi wählen und sehen transparent, welches Modell ihre Anfragen bearbeitet. Diese Änderungen markieren eine Rückkehr zu mehr Nutzerkontrolle und adressieren Bedenken hinsichtlich Transparenz und Leistung.
Mehr Kontrolle über GPT-5-Modelle
OpenAI ermöglicht es Nutzern von ChatGPT nun, GPT-5 manuell zwischen den Modi "Auto", "Fast" und "Thinking" umzuschalten. CEO Sam Altman empfiehlt zwar den automatischen Modus für die meisten Nutzer, räumt aber ein, dass zusätzliche Kontrolle für einige hilfreich sein kann. Ein neues UI-Element zeigt zudem direkt an, welches Modell eine Antwort generiert hat, indem man über den "Regenerate"-Button fährt.
Rückkehr zu mehr Nutzerkontrolle nach Kritik
Diese Anpassungen stellen eine Kehrtwende dar, da das zuvor eingeführte Routing-Prinzip, bei dem ChatGPT automatisch das passende Modell auswählte, auf Kritik stieß. Nutzer empfanden das System als intransparent und unzuverlässig, insbesondere da bewährte Modelle wie GPT-4o ohne Vorwarnung deaktiviert wurden und der Router nicht immer die leistungsfähigste GPT-5-Variante auswählte. Es gab auch Bedenken, dass OpenAI durch das Routing teure Anfragen auf günstigere Modelle umleiten und die Nutzung rechenintensiver "Reasoning"-Varianten einschränken wollte.
- Nutzer können nun zwischen "Auto", "Fast" und "Thinking" wählen.
- Das verwendete Modell wird direkt im Interface angezeigt.
- OpenAI reagierte auf Kritik mit Erhöhung der Limits für den "GPT-5 Thinking"-Modus.
Anpassungen und die Rückkehr von GPT-4o
OpenAI hat auf die Kritik reagiert, indem die Limits für den Modus "GPT-5 Thinking" erhöht wurden. Das Wochenlimit liegt nun bei 3.000 Nachrichten, danach erfolgt ein automatischer Wechsel zur kompakteren Variante "GPT-5 Thinking mini". Diese Limits könnten je nach Nutzung weiter angepasst werden. Parallel dazu stellt OpenAI GPT-4o wieder für alle zahlenden Nutzer im Modellpicker zur Verfügung und verspricht, bei einer zukünftigen Einstellung frühzeitig zu informieren.
Zusätzliche Modelle und anhaltende Kritik
In den Web-Einstellungen von ChatGPT können zahlende Nutzer über den Schalter "Show additional models" weitere Modelle wie o3, 4.1 und GPT-5 Thinking mini manuell auswählen. GPT-4.5 bleibt zahlenden Nutzern vorbehalten. Trotz dieser Nachbesserungen bleibt grundlegende Kritik an GPT-5 bestehen. Kritiker wie Gary Marcus bezeichnen das Modell als "überfällig, überhyped und unterwältigend" und sehen keine bedeutende Weiterentwicklung, sondern nur eine überhastete inkrementelle Verbesserung. Studien deuten darauf hin, dass das "Chain of Thought"-Schlussfolgern außerhalb des Trainingsbereichs fragil ist, ein Problem, das auch bei anderen Modellen beobachtet wird. Dennoch zeigen Erfolge von OpenAI und Google DeepMind mit ähnlichen Techniken, dass aktuelle Sprachmodelle trotz Schwächen zu außergewöhnlichen Leistungen fähig sind.