Ein wegweisendes Urteil des High Court in London hat die zentrale Urheberrechtsklage von Getty Images gegen Stability AI, den Entwickler des KI-Bildgenerators "Stable Diffusion", abgewiesen. Das Gericht entschied, dass das KI-Modell selbst keine "rechtsverletzende Kopie" darstellt, was ein wichtiges Signal für die Zukunft generativer KI-Technologien ist.
Key Takeaways
- Das KI-Modell "Stable Diffusion" wird nicht als "rechtsverletzende Kopie" eingestuft.
- Die Klage wegen sekundärer Urheberrechtsverletzung wurde abgewiesen.
- Ein begrenzter Erfolg für Getty Images gab es bei der Markenrechtsverletzung.
Keine rechtsverletzende Kopie
Getty Images hatte argumentiert, dass Stability AI durch das "Scraping" von Millionen von Bildern zum Trainieren von Stable Diffusion Urheberrechte verletzt habe. Die Kläger bezeichneten dies als "existenzielle Bedrohung" für die Kreativbranche. Getty musste jedoch die zentralen Klagepunkte bezüglich der primären Urheberrechtsverletzung durch das Training und die generierten Bilder fallen lassen, da keine Beweise dafür vorlagen, dass das Training in Großbritannien stattgefunden hatte.
Der Kern des Urteils betraf die Frage, ob Stable Diffusion eine "rechtsverletzende Kopie" sei. Das Gericht stellte klar, dass ein KI-Modell, das keine urheberrechtlich geschützten Werke speichert oder reproduziert, nicht unter diese Definition fällt. Richterin Joanna Smith erklärte, dass "Stable Diffusion, das keine urheberrechtlich geschützten Werke speichert oder reproduziert (und dies auch nie getan hat), keine ‚rechtsverletzende Kopie‘ gemäß dem britischen Copyright, Designs and Patents Act (CDPA) darstellt."
Markenrechtsverstöße nur begrenzt
Getty Images konnte einen begrenzten Erfolg in Bezug auf Markenrechtsverletzungen erzielen. Das Gericht stellte fest, dass ältere Versionen von Stable Diffusion unter bestimmten Umständen Wasserzeichen generierten, die den Marken von Getty Images und iStock ähnelten. Allerdings betonte das Gericht, dass dies auf spezifischen Bildbeispielen beruhte und es unmöglich sei, den Umfang solcher generierten Wasserzeichen im realen Leben zu bestimmen.
Eine Klage wegen Rufschädigung wurde abgewiesen, und das Gericht sah keine Grundlage für die Zahlung von zusätzlichem Schadensersatz an Getty Images. Das Urteil wird als bedeutender Sieg für Entwickler generativer KI-Modelle angesehen.