OpenAI verzeichnet ein beeindruckendes Wachstum und hat die Marke von über einer Million zahlenden Unternehmenskunden überschritten. Trotz dieser Erfolge, die das Unternehmen als "am schnellsten wachsende Business-Plattform der Geschichte" bezeichnet, ist ein Börsengang derzeit nicht absehbar. Finanzchefin Sarah Friar betont die Fokussierung auf Wachstum und Forschung statt auf kurzfristige Gewinne.
Key Takeaways
- OpenAI zählt über eine Million Unternehmenskunden, die die KI-Modelle über ChatGPT for Work oder die API-Plattform nutzen.
- Ein Börsengang ist laut CFO Sarah Friar "nicht in Reichweite", da das Unternehmen auf Wachstum und Forschung setzt.
- Trotz hoher Investitionen in Rechenleistung wird ein Umsatz von 13 Milliarden US-Dollar für dieses Jahr erwartet.
- Missverständnisse bezüglich einer staatlichen "Backstop"-Struktur für Finanzierungen wurden von Friar ausgeräumt.
Rasantes Wachstum bei Unternehmenskunden
OpenAI meldet einen signifikanten Zuwachs an zahlenden Unternehmenskunden, die die fortschrittlichen KI-Modelle des Unternehmens nutzen. Sowohl über die "ChatGPT for Work"-Plattform als auch über die API-Schnittstelle setzen namhafte Firmen wie Cisco, Morgan Stanley, T-Mobile und Lowe’s auf die Technologie von OpenAI. Laut Unternehmensangaben nutzen rund 7 Millionen Beschäftigte ChatGPT for Work, was einem Anstieg von 40 Prozent innerhalb von zwei Monaten entspricht. Die Lizenzen für ChatGPT Enterprise haben sich im Jahresvergleich sogar verneunfacht.
Kein Börsengang in Sicht
Trotz des beeindruckenden Wachstums und der breiten Akzeptanz im Unternehmenssektor ist OpenAI noch weit von der Profitabilität entfernt. Finanzchefin Sarah Friar äußerte sich auf der Wall Street Journal Tech Live-Konferenz dahingehend, dass ein Börsengang "nicht in Reichweite" sei. Der Fokus liege klar auf der Weiterentwicklung der Technologie und dem Ausbau der Marktpräsenz, nicht auf kurzfristigen finanziellen Erträgen. Friar deutete an, dass das Unternehmen zwar "schnell die Gewinnschwelle erreichen" könnte, jedoch weiterhin hohe Investitionen tätigt.
Massive Investitionen in Rechenleistung
Für das laufende Jahr prognostiziert OpenAI einen Umsatz von 13 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig plant das Unternehmen erhebliche Ausgaben für Rechenleistung, die sich auf bis zu 600 Milliarden Dollar bei Cloud-Anbietern wie Microsoft, Oracle und Amazon belaufen könnten. OpenAI verfügt mittlerweile über etwa zwei Gigawatt Rechenleistung, eine Verzehnfachung gegenüber dem Vorjahr, und baut eigene Rechenzentren auf. Um diese ambitionierten Pläne zu finanzieren, hofft OpenAI auf die Beteiligung von Banken, Private-Equity-Firmen und potenziell auch Regierungen. Friar erwähnte die Möglichkeit einer staatlichen "Backstop"-Struktur, um die Finanzierungskosten zu senken und den Spielraum für Verschuldung zu erhöhen.
Klarstellung zu staatlicher Beteiligung
Die Erwähnung einer staatlichen "Backstop"-Struktur führte zu Spekulationen über eine mögliche staatliche Garantie für die Infrastrukturinvestitionen von OpenAI. Sarah Friar stellte dies jedoch auf LinkedIn klar und betonte, dass das Unternehmen keine staatliche Absicherung suche. Sie räumte ein, den Begriff ungenau verwendet zu haben. Ihr eigentliches Anliegen sei gewesen, dass der Aufbau industrieller Kapazitäten für technologische Stärke eine gemeinsame Anstrengung von privatem Sektor und Staat erfordere. Sie lobte die US-Regierung für ihre vorausschauende Haltung bei strategischen Technologien.