OpenAI Logo mit stilisierten neuronalen Netzen im Hintergrund.

OpenAI gibt nach Kritik nach: GPT-5-Modelle jetzt direkt wählbar

OpenAI hat seine Strategie für die Bereitstellung seiner neuesten KI-Modelle überarbeitet. Nach anfänglicher Kritik am automatischen Routing-System, das die Modellauswahl für Nutzer:innen übernahm, kehrt das Unternehmen nun zu mehr direkter Kontrolle zurück. Nutzer:innen von ChatGPT können nun GPT-5-Modelle manuell auswählen und zwischen verschiedenen Betriebsmodi wechseln.

Rückkehr zur Nutzerkontrolle

OpenAI hat auf Bedenken bezüglich der Transparenz und Zuverlässigkeit seines automatischen Routing-Systems reagiert. Dieses System, das mit der Einführung von GPT-5 eingeführt wurde, hatte dazu geführt, dass Nutzer:innen nicht mehr direkt wählen konnten, welches Modell ihre Anfragen bearbeitet. Kritiker bemängelten, dass bewährte Modelle wie GPT-4o ohne Vorwarnung deaktiviert wurden und das System nicht immer die leistungsfähigste GPT-5-Variante auswählte. Es gab auch die Vermutung, dass OpenAI teure Anfragen auf günstigere Modelle umleiten wollte.

  • Nutzer:innen können nun zwischen den Modi "Auto", "Fast" und "Thinking" für GPT-5 wählen.
  • Ein neues UI-Element zeigt direkt an, welches Modell eine Antwort generiert hat.
  • GPT-4o ist wieder für alle zahlenden Nutzer:innen im Modellpicker verfügbar.

Anpassungen und Kritikpunkte

Als Reaktion auf die Kritik hat OpenAI die Nutzungslimits für den Modus "GPT-5 Thinking" erhöht, wobei das Wochenlimit nun bei 3.000 Nachrichten liegt. Danach erfolgt ein automatischer Wechsel zur kompakteren Variante "GPT-5 Thinking mini". CEO Sam Altman betonte, dass die meisten Nutzer:innen den automatischen Modus bevorzugen sollten, die zusätzliche Kontrolle aber für einige hilfreich sein könne.

Trotz dieser Anpassungen bleibt grundlegende Kritik an GPT-5 bestehen. Gary Marcus bezeichnete das Modell als "überfällig, überhyped und unterwältigend" und sieht darin keine bedeutende Weiterentwicklung, sondern nur eine inkrementelle Verbesserung. Er verweist auf frühzeitig entdeckte Fehler und eine Studie, die die Fragilität des "Chain of Thought"-Schlussfolgerns außerhalb des Trainingsbereichs aufzeigt.

Zusätzliche Modelloptionen

In den Web-Einstellungen von ChatGPT gibt es nun einen neuen Schalter namens "Zeige weitere Modelle / Show additional models". Nach dessen Aktivierung können weitere Modelle wie o3, 4.1 und GPT-5 Thinking mini manuell ausgewählt werden. GPT-4.5 bleibt zahlenden Nutzer:innen vorbehalten, da es laut Altman "viel GPU-Leistung" benötigt.

Parallel dazu erzielen OpenAI und Google DeepMind mit der "Chain of Thought"-Technik mathematische und logische Durchbrüche, was zeigt, dass aktuelle Sprachmodelle trotz bekannter Schwächen zu außergewöhnlichen Leistungen fähig sind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

You May Also Like